Wasserfahren


Use the BACK-Icon twice to return to VTour


ereits im Mittelalter gab es Schiffer-, Flösser- und Fischerzünfte, ihre Mitglieder wurden damals schon in der Kunst des Wasserfahrens geschult. Der Bau von Kraftwerken und die Einführung moderner Transportmitteln wie z.B. die Bahn, bedeutete das Ende für einen grossen Teil dieser Zünfte. Es entstanden in der Folge Vereine und Clubs, welche das Wasserfahrerhandwerk weiter ausübten und Wettfahren durchführten. Ein wichtiger Bestandteil des Wasserfahrens war und ist die Hilfeleistung an in Not geratene Personen bei Hochwasser, sowie der Rettungsdienst bei Wassersportveranstaltungen.

Fahrgeschirr und Fahrweise

Wichtigstes Sportgerät ist der Weidling von ca. 10 m Länge aus Holz oder Kunststoff, der ausgerüstet mit Ruder, Stachel, Rudernagel oder Leist und Sasse rund 350 kg wiegt. Gefahren wird der Weidling an Wettfahren in der Regel mit einer Zweierbesatzung, Steuermann und Vorderfahrer. Daneben finden auch Einzelwettfahren und alle 3 Jahre eine Schweizermeisterschaft statt. Im Gegensatz zu den vielen Arten von Ruderbooten, in denen man mit Blick zurück sitzt, wird der Weidling stehend mit Blick nach vorn gefahren. Der Weidling wird stromaufwärts, in seichten Gewässern mit dem Stachel und in tieferen Gewässern mit dem Ruder vorwärts bewegt. Das Wasserfahren wird meist auf fliessendem Gewässer ausgeübt.


Wettkämpfe

Pro Jahr finden in der Schweiz 10- 12 Nationale Paarwettfahren und 2-3 Einzel - Wettfahren statt. An einem Nationalen Paarwettfahren nehmen jeweils 400-600 Wettkämpfer teil, an einer Schweizermeisterschaft sogar 700-800 Personen. Bei Wettkämpfen wird an den Ufern entlang gegen die Strömung gestachelt und bei der Uberfahrt gerudert, die Fixpunkte werden mit Bojen markiert. Die Berührung derselben ergibt Strafpunkte, die mit 5 Sekunden der reinen Fahrzeit zugerechnet werden.Die Landung (Wechsel von Ruder- auf Stachelfahrt) hat innerhalb eines genau markierten Bereichs zu erfolgen. Bei einem harmonischem Ubergang vom Rudern ins Stacheln, darf der Weidling nicht an Geschwindigkeit einbüssen oder gar stillstehen.
Bei einem Wettfahren geht ein Fahrerpaar nach dem anderen auf die Strecke. Die Startreihenfolge der Vereine wird ausgelost, lediglich der Gastgeberverein ist immer der Erststartende. Als Auszeichnung erhalten die besten Wettkämpfer Medallien. Im Gegensatz zu vielen Sportarten, kann der Wettkampfmässige Wasserfahrersport bei regelmässigem Training bis ins fortgeschrittene Alter betrieben werden. Jahrelange Erfahrung, Teamgeist und gute Wasserkenntnisse tragen sehr viel zu guten Resultaten bei. Es ist übrigens keine Seltenheit das Veteranen, (dass sind die Teilnehmer über 50 Jahre) die Jüngeren im Wettkampf hinter sich lassen.
Verfasst von Claude Furer und Didier Glauser