Verhalten


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ürde man zehn auswärtige und unabhängige Besucher der Basler Fasnacht über ihre Eindrücke befragen, so wären sicherlich neun der zehn Personen ziemlich enttäuscht vom Treiben während den "schönsten drei Tagen". Ginge man der Sache einwenig nach, würde sich bald herausstellen, dass diese Leute eine vollständig falsche Vorstellung der Basler Fasnacht haben.
Die Basler Fasnacht ist nicht vergleichbar mit einer in Deutschland üblichen "Fastnacht". Auch der Karneval von Rio gleicht dem dreitägigen Fest in Basel kaum. Die Fasnacht ist weder ein Ereignis, bei welchem die ganze Stadtbevölkerung singend und angeheitert in Kneipen sitz, noch wird auf den Strassen bis zur Ekstase getanzt. Sicherlich, diese Art von Feier mag durchaus ihren Reiz haben, aber sie ist nicht Bestandteil der Basler Fasnacht.
Der Basler macht Fasnacht nicht für die Leute am Strassenrand, er macht sie für sich. Die Stimmung, die Bilder die einem Basler durch den Kopf gehen sind einzigartig und eigentlich nicht zu beschreiben.
Das schlimmste was einem Mensch an der Fasnacht passieren kann, ist, dass er kein Basler ist. Diese Aussage lässt vermuten, dass der Basler fremdenfeindlich ist. In Wirklichkeit stimm dies jedoch nicht, nur an der Fasnacht möchte er von Fremden nicht viel wissen, sondern sein Fest geniessen.
Dennoch werden Besucher akzeptiert (und irgendwie auch geschätzt). Die Bedingung ist allerdings das Einhalten gewisser Grundregeln (Um es gleich vorweg zu nehmen, diese Regeln gelten auch für Einheimische, denn viele befolgen diese Regeln ebenfalls nicht)

1. Ein Besucher sollte Parolen und Ausrufe wie "Hellau" oder "Wollen wir se reinlasse" für sich behalten. Sie gehören nicht an die Basler Fasnacht (sondern an die deutsche Fastnacht) und beweisen, dass der Besucher nichts vom Geist der Basler Fasnacht begriffen hat.

2. Das Aufheben und Wiederverwenden von Konfetti vom Boden sollte vermieden werden. Einerseits ist es ziemlich unhygienisch, andererseits beweist es einen gewissen Geiz. Eltern sollten ihre Kinder darüber informieren.

3. Der Besucher sollte sich eine Fasnachtsplakette leisten. Mit den Einnahmen der Plakette wird die Fasnacht direkt unterstützt. Das billigste Exemplar ist für CHF 5.- zu erwerben.

4. Auch wenn es manchmal ziemlich eng wird in einer Gasse; aggressiv drücken und stossen hilft auch nicht weiter, es macht nur alle Leute nervös.

5. Leute die ein Kostüm und eine Larve tragen sollten nicht mit Konfetti beworfen werden. Sie sind aktive Fasnächtler und können sich meist erst nach 12 Stunden oder mehr wieder umziehen

6. Durch eine Gruppe aktiver und marschierender Fasnächtler sollte man sich nicht hindurchdrängen. (Auch nicht eben mal kurz zwischen dem Tambourmajor und den Pfeifern hindurch huschen). Erstens ist es ziemlich respektlos, zweitens stört es beim spielen der Instrumente.

7. Die Basler Fasnacht nennt man Fasnacht und nicht Fastnacht, nicht Karneval und schon gar nicht Fasching. Desweiteren ist eine Maske keine Maske, sondern eine Larve.

Mit diesen kleinen Verhaltensregeln bin ich überzeugt, dass jeder Besucher nicht auffällt und sogar gern gesehen ist an der Basler Fasnacht.